Baugenehmigung
Was ist eine Baugenehmigung?
Kurzversion
Die Baugenehmigung ist eine behördliche Erlaubnis, ein Bauvorhaben rechtlich zulässig zu errichten, zu ändern oder abzureißen.
ausführliche Erklärung
Die Baugenehmigung ist ein Verwaltungsakt, der vom Bauherrn bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde beantragt werden muss, bevor ein Bauvorhaben gestartet werden darf. Sie bestätigt, dass das geplante Bauvorhaben mit den geltenden öffentlich-rechtlichen Vorschriften übereinstimmt, insbesondere mit dem Baugesetzbuch (BauGB), der Landesbauordnung, dem Bebauungsplan sowie weiteren Vorschriften wie dem Denkmalschutz, dem Immissionsschutz oder dem Nachbarrecht. Die Einreichung eines Bauantrags ist zwingend erforderlich und muss in der Regel von einem bauvorlageberechtigten Entwurfsverfasser – meist ein Architekt oder Bauingenieur – erfolgen. Der Bauantrag beinhaltet detaillierte Bauzeichnungen, statische Berechnungen, Lagepläne sowie gegebenenfalls Nachweise zur Energieeinsparverordnung und zum Brandschutz. Nach Eingang des Antrags prüft die Behörde in einem Genehmigungsverfahren, ob das Vorhaben im Einklang mit dem Baurecht steht. Je nach Bundesland und Art des Vorhabens kann das Genehmigungsverfahren mehrere Wochen bis Monate dauern. In bestimmten Fällen, etwa im vereinfachten Genehmigungsverfahren oder bei genehmigungsfreien Vorhaben, kann auf eine Baugenehmigung verzichtet werden, sofern dies rechtlich zulässig ist. Eine erteilte Baugenehmigung ist in der Regel befristet, häufig auf drei Jahre, und erlischt, wenn nicht innerhalb dieser Frist mit dem Bau begonnen wird. In Bezug auf Immobilienfinanzierungen ist die Baugenehmigung ein zentraler Meilenstein: Ohne diese kann keine Auszahlung von Darlehensmitteln für den Bau erfolgen, da Banken die rechtliche Grundlage für das Bauvorhaben und damit die Werthaltigkeit der Immobilie prüfen müssen.
Beispiel
Ein Bauherr plant den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit sechs Wohneinheiten auf einem innerstädtischen Grundstück. Die geplanten Baukosten belaufen sich auf 2,4 Millionen Euro. Vor dem Baustart reicht der beauftragte Architekt die vollständigen Bauunterlagen bei der Bauaufsichtsbehörde ein. Die Prüfung dauert neun Wochen, da Rückfragen zum Brandschutzkonzept bestehen. Nach Klärung wird die Baugenehmigung erteilt. Erst nach Vorlage dieser Genehmigung bewilligt die Bank die erste Auszahlung der Baufinanzierung in Höhe von 500.000 Euro. Ohne diese Genehmigung hätte der Bauherr nicht bauen dürfen und auch keine Finanzierung erhalten.
Zusammenfassung
Die Baugenehmigung ist eine behördliche Erlaubnis zur rechtmäßigen Durchführung eines Bauvorhabens. Sie wird auf Antrag nach umfassender Prüfung durch die Bauaufsicht erteilt. Für eine Immobilienfinanzierung ist sie unverzichtbar, da Banken nur bei genehmigten Bauprojekten finanzieren.
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