Belastungsrechnung
Was ist eine Belastungsrechnung?
Kurzversion
Die Belastungsrechnung ist eine Berechnung, die die finanziellen Verpflichtungen eines Kreditnehmers darstellt, um die Tragfähigkeit einer Immobilienfinanzierung zu überprüfen.
ausführliche Erklärung
Die Belastungsrechnung ist ein wichtiges Instrument in der Immobilienfinanzierung, das vor der Gewährung eines Kredits durchgeführt wird. Sie dient der Überprüfung der finanziellen Leistungsfähigkeit eines Kreditnehmers und stellt sicher, dass dieser auch nach der Aufnahme eines Kredits in der Lage ist, alle laufenden finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. Bei einer Belastungsrechnung werden sämtliche monatliche Ausgaben und Verbindlichkeiten des Kreditnehmers berücksichtigt, wie zum Beispiel bestehende Kredite, Mieten, Unterhaltszahlungen und andere regelmäßige Zahlungsverpflichtungen. Zudem fließen die monatlichen Raten der geplanten Immobilienfinanzierung in die Berechnung ein. Ein weiteres zentrales Element der Belastungsrechnung ist das sogenannte „verfügbare Einkommen“, also der Betrag, der dem Kreditnehmer nach Abzug aller laufenden Kosten noch zur Verfügung steht. Um eine Immobilienfinanzierung zu erhalten, sollte das verfügbare Einkommen in einem bestimmten Verhältnis zu den monatlichen Raten des Darlehens stehen, um eine Überlastung des Kreditnehmers zu vermeiden. Banken und Kreditinstitute führen die Belastungsrechnung durch, um sicherzustellen, dass der Kreditnehmer die Finanzierung langfristig bedienen kann, ohne in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. In vielen Fällen wird auch eine sogenannte „Schuldendienstquote“ berechnet, die angibt, wie viel Prozent des Einkommens für die Rückzahlung des Darlehens verwendet werden.
Beispiel
Ein Kreditnehmer möchte ein Einfamilienhaus im Wert von 800.000 € kaufen und beabsichtigt, ein Darlehen von 600.000 € bei der Bank aufzunehmen. Die monatliche Rate des Darlehens soll 2.500 € betragen. Das monatliche Nettoeinkommen des Kreditnehmers beträgt 5.500 €, und er hat keine weiteren Verbindlichkeiten. Die Bank führt eine Belastungsrechnung durch, bei der sie die monatliche Rate von 2.500 € von den 5.500 € abzieht und das verbleibende Einkommen von 3.000 € als „verfügbares Einkommen“ betrachtet. Da das verbleibende Einkommen ausreichend ist, um auch unvorhergesehene Ausgaben zu decken, und keine weiteren finanziellen Belastungen bestehen, erteilt die Bank das Darlehen.
Zusammenfassung
Die Belastungsrechnung prüft die Fähigkeit eines Kreditnehmers, die monatlichen Zahlungen eines Kredits zu leisten, indem alle laufenden Verbindlichkeiten und das verfügbare Einkommen berücksichtigt werden. Sie ist ein zentrales Instrument für Banken und Kreditinstitute, um sicherzustellen, dass die Finanzierung tragbar ist. Eine erfolgreiche Belastungsrechnung führt zur Genehmigung der Immobilienfinanzierung.