Darlehenszession
Was ist die Bedeutung von Darlehenszession?
Kurzversion
Die Darlehenszession bezeichnet die Übertragung einer bestehenden Forderung aus einem Darlehensvertrag von einem bisherigen Gläubiger auf einen neuen Gläubiger. Der Schuldner bleibt dabei derselbe und muss künftig an den neuen Gläubiger leisten. Die Darlehenszession erfolgt häufig bei der Abtretung von Krediten zwischen Banken oder im Rahmen von Sicherungsabtretungen.
ausführliche Erklärung
Die Darlehenszession ist ein rechtlicher Vorgang, bei dem die Rechte und Forderungen aus einem bestehenden Darlehensvertrag – insbesondere die Rückzahlungsansprüche – von einem Kreditgeber (Zedent) auf einen anderen Gläubiger (Zessionar) übertragen werden. Sie erfolgt in der Regel durch einen Abtretungsvertrag und bedarf grundsätzlich nicht der Zustimmung des Schuldners, sofern im ursprünglichen Vertrag nichts anderes vereinbart wurde. Der Schuldner muss allerdings über die Zession informiert werden, damit er weiß, an wen künftig zu leisten ist. In der Praxis kommt die Darlehenszession insbesondere bei der Übertragung von Kreditforderungen zwischen Banken, bei der Refinanzierung von Kreditinstituten, beim Verkauf von Kreditportfolios oder bei der Verwertung von Sicherheiten vor. Auch bei notleidenden Immobilienfinanzierungen werden Darlehensforderungen häufig an spezialisierte Inkassogesellschaften oder sogenannte 'Bad Banks' abgetreten. Eine besondere Form ist die Sicherungszession, bei der Forderungen zur Absicherung eines anderen Kredits übertragen werden, etwa bei der Weiterleitung von Fördermitteln oder der bankinternen Risikosteuerung. Die rechtlichen Grundlagen der Darlehenszession finden sich in den §§ 398 ff. BGB. Der Schuldner ist verpflichtet, nach erfolgter Zession seine Zahlungen an den neuen Gläubiger zu richten. Die Bedingungen des ursprünglichen Darlehens bleiben unverändert bestehen, es sei denn, es wird einvernehmlich etwas anderes vereinbart. Bei Immobilienfinanzierungen kann eine Darlehenszession auch im Rahmen eines Eigentümerwechsels relevant werden, beispielsweise wenn ein Käufer das bestehende Darlehen mit Zustimmung der Bank übernimmt und die Forderung auf ihn übergeht.
Beispiel
Ein Bauherr hat für den Erwerb eines Mehrfamilienhauses im Wert von 1.100.000 Euro ein Darlehen über 850.000 Euro bei Bank A aufgenommen. Nach drei Jahren entscheidet sich Bank A, Teile ihres Kreditportfolios zu veräußern, und tritt das laufende Darlehen an Bank B ab. Im Rahmen dieser Darlehenszession bleibt der Darlehensnehmer zur Rückzahlung verpflichtet, muss seine monatliche Annuität von 4.000 Euro nun jedoch an Bank B überweisen. Die Vertragsbedingungen wie Zinssatz und Laufzeit bleiben unverändert. Der Darlehensnehmer wird schriftlich über die erfolgte Darlehenszession informiert.
Zusammenfassung
Die Darlehenszession beschreibt die Abtretung eines bestehenden Darlehens von einem Gläubiger auf einen neuen Gläubiger. Der Schuldner bleibt zur Zahlung verpflichtet, nun jedoch gegenüber dem neuen Gläubiger. Die Bedingungen des ursprünglichen Darlehens bleiben dabei grundsätzlich erhalten.
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