Eigenkapitalnachweis
Was ist die Bedeutung von Eigenkapitalnachweis?
Kurzversion
Ein Eigenkapitalnachweis dient als schriftlicher Beleg dafür, dass ein Käufer über die für den Immobilienerwerb benötigten Eigenmittel tatsächlich verfügt. Der Eigenkapitalnachweis wird meist von Banken, Finanzierungsberatern oder Verkäufern verlangt. Der Eigenkapitalnachweis ist wichtig für die Finanzierungsprüfung und zur Absicherung des Verkäufers.
ausführliche Erklärung
Der Eigenkapitalnachweis ist ein Dokument oder eine Sammlung von Nachweisen, die belegen, dass der Käufer über das in der Finanzierung eingeplante Eigenkapital tatsächlich verfügt und dieses für den geplanten Immobilienerwerb einsetzen kann. Dabei kann es sich um Kontoauszüge, Sparbuchkopien, Depotübersichten, Bausparverträge, Schenkungsnachweise oder andere liquide Vermögensnachweise handeln. Der Eigenkapitalnachweis wird in der Regel vor Abschluss des Darlehensvertrags von der finanzierenden Bank verlangt, um sicherzustellen, dass der Käufer in der Lage ist, seinen Anteil an der Finanzierung selbst aufzubringen. Ohne ausreichenden Eigenkapitalnachweis kann es zu Verzögerungen oder Ablehnungen im Finanzierungsprozess kommen. Auch Verkäufer fordern zunehmend einen Eigenkapitalnachweis oder eine allgemeine Finanzierungsbestätigung, bevor sie einem Notartermin zustimmen, um sicherzugehen, dass der Käufer zahlungsfähig ist. Besonders in angespannten Immobilienmärkten dient der Eigenkapitalnachweis dazu, die Ernsthaftigkeit eines Kaufinteressenten zu unterstreichen und die Chancen auf den Zuschlag zu erhöhen. Der Notar selbst verlangt keinen Eigenkapitalnachweis, aber ohne gesicherte Finanzierung kann die im Kaufvertrag vereinbarte Kaufpreisfälligkeit nicht eingehalten werden, was zu Vertragsstrafen oder sogar zur Rückabwicklung führen kann. Daher ist der Eigenkapitalnachweis ein unverzichtbarer Bestandteil jeder seriösen Immobilienfinanzierung.
Beispiel
Ein Käufer möchte ein Einfamilienhaus im Wert von 980.000 Euro erwerben. Er benötigt zusätzlich etwa 10 % für Nebenkosten, also insgesamt 1.078.000 Euro. Die Bank finanziert 800.000 Euro, die restlichen 278.000 Euro sollen aus Eigenkapital stammen. Um die Finanzierung genehmigt zu bekommen, verlangt die Bank einen Eigenkapitalnachweis über diese 278.000 Euro, bestehend aus aktuellen Kontoauszügen über 150.000 Euro, einer Depotübersicht über 100.000 Euro sowie einem Schenkungsvertrag über 28.000 Euro. Der Eigenkapitalnachweis überzeugt die Bank, woraufhin das Darlehen bewilligt wird und der Notartermin stattfinden kann.
Zusammenfassung
Ein Eigenkapitalnachweis bestätigt schriftlich, dass der Käufer über genügend eigene Mittel für den Immobilienkauf verfügt. Er ist essenziell für die Finanzierungszusage und oft auch für die Verkaufszusage durch den Eigentümer. Der Eigenkapitalnachweis vermeidet Verzögerungen oder Unsicherheiten im Kaufprozess.
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