Konditionsbeitragsbarwert bei Banken
Was ist die Bedeutung von Konditionsbeitragsbarwert bei Banken?
Kurzversion
Der Konditionsbeitragsbarwert bei Banken ist eine Kennzahl zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit eines Kreditvertrags aus Sicht der Bank. Er zeigt den Ertragswert der vereinbarten Kreditkonditionen über die gesamte Laufzeit im Vergleich zu einem internen Referenzzins. Der Konditionsbeitragsbarwert hilft der Bank bei der Entscheidung, ob eine Finanzierung aus Bankensicht wirtschaftlich sinnvoll ist.
ausführliche Erklärung
Der Konditionsbeitragsbarwert bei Banken ist eine zentrale betriebswirtschaftliche Größe im internen Entscheidungsprozess von Kreditinstituten. Er dient dazu, den wirtschaftlichen Nutzen eines konkreten Kreditvertrags im Vergleich zu einer internen Veranlagungsalternative zu messen. Grundlage der Berechnung ist der sogenannte "Konditionsbeitrag", also die Differenz zwischen dem mit dem Kunden vereinbarten Zinssatz und dem kalkulatorischen Referenzzinssatz der Bank, der beispielsweise aus Refinanzierungskosten oder dem internen Verrechnungspreissystem resultiert. Diese Differenz wird für die gesamte Laufzeit des Kredits ermittelt und mit dem Barwertverfahren auf den heutigen Zeitpunkt abgezinst. Der daraus resultierende Konditionsbeitragsbarwert zeigt, wie viel das Geschäft der Bank unter Berücksichtigung der Zeitwertkomponente wert ist. Ein positiver Konditionsbeitragsbarwert bedeutet, dass das Kreditgeschäft für die Bank vorteilhaft ist, ein negativer hingegen signalisiert ein defizitäres Geschäft. Diese Kennzahl beeinflusst intern, ob ein Kredit genehmigt wird, welche Konditionen angeboten werden können und ob gegebenenfalls zusätzliche Sicherheiten erforderlich sind. Sie wird häufig im Rahmen der sogenannten Deckungsbeitragsrechnung oder Profitabilitätsrechnung verwendet und ist somit auch für die strategische Steuerung von Kreditportfolios von Bedeutung. Der Begriff wird insbesondere im Zusammenhang mit Immobilienfinanzierungen relevant, da dort große Volumina und lange Laufzeiten üblich sind, was den Barwert wesentlich beeinflusst.
Beispiel
Eine Bank prüft eine Immobilienfinanzierung über 850.000 Euro mit einer Zinsbindung von 15 Jahren zu einem festen Nominalzins von 3,2 % p.a. Die internen Refinanzierungskosten der Bank für dieselbe Laufzeit liegen bei 2,4 % p.a. Die Zinsmarge beträgt also 0,8 % p.a. Die Bank berechnet auf Basis dieser Marge den Konditionsbeitrag pro Jahr und diskontiert die Summe dieser Beiträge über die gesamte Laufzeit mit einem kalkulatorischen Zinssatz auf den heutigen Wert. Daraus ergibt sich ein Konditionsbeitragsbarwert von ca. 74.000 Euro. Der positive Konditionsbeitragsbarwert zeigt, dass das Geschäft aus Sicht der Bank profitabel ist und damit genehmigungsfähig wäre.
Zusammenfassung
Der Konditionsbeitragsbarwert bei Banken ist eine finanzmathematische Kennzahl zur Bewertung der Rentabilität eines Kreditgeschäfts. Er basiert auf der Differenz zwischen Kundenzins und internem Referenzzins, berechnet über die gesamte Kreditlaufzeit. Ein positiver Konditionsbeitragsbarwert signalisiert der Bank, dass eine Immobilienfinanzierung wirtschaftlich sinnvoll ist.
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