Marktvergleichswertverfahren
Was ist die Bedeutung von Marktvergleichswertverfahren?
Kurzversion
Das Marktvergleichswertverfahren ist ein Verfahren zur Ermittlung des Immobilienwerts auf Basis vergleichbarer Objekte. Es wird vor allem bei Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern eingesetzt. Das Marktvergleichswertverfahren orientiert sich an tatsächlich erzielten Verkaufspreisen ähnlicher Immobilien.
ausführliche Erklärung
Das Marktvergleichswertverfahren ist ein standardisiertes Wertermittlungsverfahren zur Bestimmung des Verkehrswerts (Marktwerts) einer Immobilie. Es basiert auf dem Prinzip, dass eine Immobilie so viel wert ist, wie andere vergleichbare Immobilien am Markt tatsächlich kosten. Dabei werden in erster Linie Verkaufspreise herangezogen, die für ähnliche Objekte in vergleichbarer Lage, Größe, Ausstattung und Zustand erzielt wurden. Grundlage bilden in der Regel die Kaufpreissammlungen der Gutachterausschüsse oder andere verlässliche Marktquellen. Dieses Verfahren wird besonders häufig bei der Bewertung von Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern verwendet, weil hier genügend Vergleichsdaten vorliegen. Es eignet sich vor allem dann, wenn ein aktiver Immobilienmarkt vorhanden ist, der viele Vergleichswerte liefert. Das Marktvergleichswertverfahren ist in der Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV) geregelt und wird regelmäßig von Gutachtern, Banken, Sachverständigen sowie Immobilienmaklern genutzt. Ziel ist es, einen realistischen, marktnahen und nachvollziehbaren Wert zu ermitteln, der sich an aktuellen Marktgegebenheiten orientiert. Je besser und aktueller die Vergleichsdaten sind, desto genauer ist die Wertermittlung. Abweichungen bei Lage, Zustand, Baujahr oder Ausstattung der Vergleichsobjekte werden durch Zu- oder Abschläge ausgeglichen. Das Marktvergleichswertverfahren gilt als besonders transparent, da es auf realen Transaktionen basiert und dadurch für Laien gut nachvollziehbar ist.
Beispiel
Ein Sachverständiger soll den Verkehrswert eines Einfamilienhauses in einer guten Wohnlage von München ermitteln. Es handelt sich um ein 160 m² großes Haus auf einem 500 m² großen Grundstück. In den letzten 12 Monaten wurden in derselben Gegend mehrere ähnliche Immobilien zwischen 950.000 € und 1.050.000 € verkauft. Das Bewertungsobjekt ist etwas besser ausgestattet, aber liegt an einer stärker befahrenen Straße. Der Gutachter vergleicht die Immobilien und berücksichtigt die Vor- und Nachteile durch entsprechende Zu- und Abschläge. Am Ende kommt er auf einen Marktwert von 990.000 €. Diese Wertermittlung basiert auf dem Marktvergleichswertverfahren.
Zusammenfassung
Das Marktvergleichswertverfahren ermittelt den Wert einer Immobilie durch den Vergleich mit tatsächlich verkauften, ähnlichen Objekten, wodurch es besonders marktnah und nachvollziehbar ist. Es eignet sich gut für Wohnimmobilien in aktiven Märkten. Das Marktvergleichswertverfahren ist einfach anwendbar, aber stark abhängig von geeigneten Vergleichsdaten.
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