Pfandwert
Was ist die Bedeutung von Pfandwert?
Kurzversion
Der Pfandwert ist der von einem Kreditinstitut intern festgelegte Wert, den eine Immobilie bei einer Beleihung maximal zur Absicherung eines Darlehens herangezogen werden darf. Der Pfandwert liegt in der Regel unter dem aktuellen Verkehrswert, da konservative Bewertungsmaßstäbe angewendet werden. Der Pfandwert dient als Grundlage zur Berechnung der Beleihungsgrenze bei Immobilienfinanzierungen.
ausführliche Erklärung
Der Pfandwert ist ein zentraler Begriff in der Immobilienfinanzierung und bezeichnet den vorsichtig ermittelten Wert, den ein Kreditinstitut einer Immobilie zur Absicherung eines Darlehens beimisst. Er stellt nicht den Marktpreis oder Verkehrswert dar, sondern einen langfristig gesicherten Wert, der unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen und spekulativen Erwartungen bestimmt wird. Die Ermittlung des Pfandwerts erfolgt in der Regel durch bankeninterne Gutachter oder durch externe Sachverständige nach standardisierten Bewertungsverfahren, bei denen konservative Annahmen zu Lage, Zustand, Ertrag und Verwertbarkeit einer Immobilie zugrunde gelegt werden. Ziel des Pfandwerts ist es, einen nachhaltigen Wert zu definieren, auf dessen Basis die Beleihungsgrenze festgelegt wird, also der maximale Anteil eines Darlehens im Verhältnis zum Sicherungswert der Immobilie. Für Pfandbriefbanken ist die Berechnung des Pfandwerts besonders wichtig, da nur der Pfandwert zur Deckung von Pfandbriefen herangezogen werden darf. Die Berechnung erfolgt dabei gemäß den Vorgaben der Beleihungswertermittlungsverordnung (BelWertV), die konkrete methodische Vorgaben enthält. In der Praxis liegt der Pfandwert üblicherweise 10 bis 20 Prozent unter dem Verkehrswert, kann aber je nach Immobilienart, Lage und Marktsituation auch stärker abweichen. Der Pfandwert ist also ein maßgebliches Risikoinstrument für die kreditgebende Bank und beeinflusst, ob und in welcher Höhe eine Immobilienfinanzierung möglich ist.
Beispiel
Ein Interessent möchte ein Mehrfamilienhaus im Wert von 950.000 Euro zur Kapitalanlage erwerben. Die finanzierende Bank bewertet die Immobilie nach den Vorgaben der Beleihungswertermittlungsverordnung und ermittelt dabei einen Pfandwert von 800.000 Euro. Auf Basis einer Beleihungsgrenze von 80 Prozent des Pfandwerts wäre damit eine maximale Darlehenshöhe von 640.000 Euro möglich. Der Restbetrag müsste durch Eigenkapital oder zusätzliche Sicherheiten gedeckt werden. In diesem Fall ist der Pfandwert entscheidend für die Finanzierungssumme und die Risikobewertung durch die Bank.
Zusammenfassung
Der Pfandwert ist ein konservativ ermittelter Sicherungswert einer Immobilie, der unter dem Verkehrswert liegt. Er dient der Bank als Grundlage zur Risikobewertung und zur Festlegung der Beleihungsgrenze. Der Pfandwert beeinflusst direkt die Höhe des möglichen Immobilienkredits.
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