Prüfaufwand
Was ist die Bedeutung von Prüfaufwand?
Kurzversion
Der Prüfaufwand beschreibt die Gesamtheit der internen und externen Arbeiten, die ein Kreditinstitut im Rahmen der Prüfung eines Finanzierungsantrags vornehmen muss. Er umfasst unter anderem die Bonitätsprüfung, die Bewertung der Immobilie sowie die rechtliche Prüfung der Unterlagen. Der Prüfaufwand beeinflusst sowohl die Bearbeitungsdauer als auch eventuell entstehende Kosten für den Antragsteller.
ausführliche Erklärung
Der Prüfaufwand ist ein zentraler Begriff im Rahmen der Bearbeitung und Entscheidung über Immobilienfinanzierungen und beschreibt alle organisatorischen, wirtschaftlichen und personellen Maßnahmen, die ein Kreditinstitut durchführt, um die Kreditwürdigkeit und Werthaltigkeit einer Finanzierung sachgerecht beurteilen zu können. Im Mittelpunkt stehen dabei mehrere Prüfungsebenen: Zunächst erfolgt eine Bonitätsprüfung des Antragstellers, bei der Einkommen, Beschäftigungsverhältnis, Vermögensverhältnisse, bestehende Verpflichtungen und die SCHUFA-Auskunft analysiert werden. Parallel dazu wird die Immobilie, die als Sicherheit dient, umfassend bewertet. Diese Objektprüfung beinhaltet die Überprüfung des Marktwertes, des Beleihungswertes sowie aller objektspezifischen Unterlagen wie Grundbuchauszug, Flurkarte, Baubeschreibung, Energieausweis oder Teilungserklärung. Zudem werden rechtliche Gegebenheiten berücksichtigt, etwa bestehende Rechte Dritter, Wegerechte oder Belastungen aus dem Grundbuch. Der Prüfaufwand ist je nach Komplexität der Finanzierung sehr unterschiedlich. Finanzierungen von Neubauten, gewerblich genutzten Objekten oder Immobilien mit besonderen Nutzungsarten erzeugen deutlich höheren Prüfaufwand als einfache Standardobjekte mit klarer Eigentumslage und solider Bonität. Kreditinstitute kalkulieren diesen Aufwand intern mit ein und berücksichtigen ihn zum Teil auch in der Preisgestaltung über den Zinssatz oder die Bearbeitungsdauer. In manchen Fällen kann bei besonders hohem Prüfaufwand eine Gebühr verlangt werden, wobei dies selten ist und explizit vereinbart werden muss. Der Prüfaufwand ist ein wesentliches Element zur Sicherstellung der Risikotransparenz und dient der Bank zur Vermeidung von Kreditausfällen.
Beispiel
Ein Ehepaar beantragt eine Immobilienfinanzierung über 900.000 Euro für den Kauf eines Einfamilienhauses in München mit einem Gesamtwert von 1.200.000 Euro. Die Bank führt im Rahmen des Prüfaufwands eine umfassende Bonitätsprüfung durch, prüft Gehaltsnachweise, Kontoauszüge, bestehende Darlehen und die SCHUFA-Auskunft. Parallel erfolgt eine Wertermittlung der Immobilie durch einen internen Gutachter sowie die Prüfung der Objektunterlagen, darunter Grundbuchauszug, Teilungserklärung und Energieausweis.
Zusammenfassung
Der Prüfaufwand umfasst alle Maßnahmen eines Kreditinstituts zur Bewertung der Kreditwürdigkeit des Antragstellers und der Immobilie. Je komplexer der Fall, desto höher der Prüfaufwand. Der Prüfaufwand beeinflusst die Dauer der Bearbeitung und kann sich auf die Konditionen der Finanzierung auswirken.