Selbstauskunft

Was ist die Bedeutung von Selbstauskunft?

Kurzversion

Die Selbstauskunft ist ein standardisiertes Formular, in dem Kreditinteressenten persönliche, wirtschaftliche und finanzielle Angaben machen. Sie dient Banken zur ersten Einschätzung der Kreditwürdigkeit. Die Selbstauskunft ist ein wesentlicher Bestandteil jeder Immobilienfinanzierung.

ausführliche Erklärung

Die Selbstauskunft ist ein zentrales Instrument im Rahmen der Kreditvergabe, insbesondere bei Immobilienfinanzierungen. Sie ist ein von der antragstellenden Person eigenhändig auszufüllendes Dokument, in dem alle relevanten persönlichen und wirtschaftlichen Informationen offengelegt werden. Dazu zählen Angaben zum Familienstand, Beruf, Einkommen, Vermögen, laufenden Verbindlichkeiten, monatlichen Ausgaben, bestehenden Krediten sowie eventuell vorhandenen Sicherheiten. Die Bank nutzt diese Angaben, um eine erste Einschätzung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und Kreditwürdigkeit vorzunehmen. Dabei gilt: Je vollständiger und wahrheitsgemäßer die Selbstauskunft ausgefüllt ist, desto schneller und fundierter kann die Bank eine Entscheidung treffen. Neben den persönlichen Angaben fließen in die Bewertung auch externe Bonitätsinformationen ein, etwa über Auskunfteien wie die Schufa. Die Selbstauskunft ist rechtlich nicht bindend, allerdings kann eine falsche oder unvollständige Angabe im späteren Verlauf zur Ablehnung des Kreditantrags oder sogar zur Kündigung eines bereits bestehenden Darlehens führen. Besonders bei hohen Finanzierungssummen, wie sie bei Immobiliengeschäften üblich sind, stellt die Selbstauskunft ein unverzichtbares Werkzeug für das Risikomanagement der Bank dar. Sie ergänzt damit andere Prüfungsinstrumente wie das Scoring-Modell, Gehaltsnachweise oder Kontoauszüge. Die Bank hat ein berechtigtes Interesse an der Selbstauskunft, da sie auf deren Grundlage das Verhältnis zwischen Kreditbetrag und Rückzahlungsfähigkeit des Antragstellers bewerten muss. Im Verlauf der weiteren Kreditprüfung können die in der Selbstauskunft gemachten Angaben durch Nachweise belegt und durch Gespräche mit Bankberatern konkretisiert werden. Auch wenn die Selbstauskunft nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, verlangen nahezu alle Kreditinstitute diese Information, um ihre Sorgfaltspflicht und aufsichtsrechtlichen Anforderungen zu erfüllen.

Beispiel

Ein Ehepaar beantragt bei einer Bank eine Immobilienfinanzierung in Höhe von 1.050.000 Euro für ein Haus in Hamburg. Die Bank stellt ein Selbstauskunftsformular bereit, das die Antragsteller gewissenhaft ausfüllen. Sie geben an, beide vollzeitbeschäftigt zu sein, ein gemeinsames monatliches Nettoeinkommen von 9.500 Euro zu erzielen und über Eigenkapital in Höhe von 250.000 Euro zu verfügen. Zudem listen sie zwei laufende Autokredite mit monatlicher Belastung von insgesamt 800 Euro auf. Die Bank analysiert diese Selbstauskunft zusammen mit weiteren Unterlagen und kommt zu dem Ergebnis, dass die Finanzierung tragbar ist und genehmigt den Kredit zu einem Zinssatz von 3,2 % p. a.

Zusammenfassung

Die Selbstauskunft ist ein wichtiges Formular, das Kreditnehmer bei einer Immobilienfinanzierung mit ihren persönlichen und finanziellen Daten ausfüllen müssen. Sie dient der Bank als Grundlage zur Bewertung der Kreditwürdigkeit und Entscheidungsfindung. Die Selbstauskunft trägt wesentlich zur Einschätzung der Rückzahlungsfähigkeit bei.

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Stand : 01.10.2025 - Fachlich geprüft von der Redaktion der Deutsche Immobilienfinanzierungen.

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