Teilwertabschreibung (bei Rückbau)
Was ist die Bedeutung von Teilwertabschreibung (bei Rückbau)?
Kurzversion
Die Teilwertabschreibung (bei Rückbau) ist eine steuerliche Maßnahme, mit der ein Wertverlust eines Gebäudes infolge eines geplanten oder bereits begonnenen Rückbaus berücksichtigt werden kann. Sie erlaubt die außerplanmäßige Abschreibung des Buchwerts auf den niedrigeren Teilwert. Die Teilwertabschreibung (bei Rückbau) setzt voraus, dass eine dauerhafte Wertminderung vorliegt, etwa weil die Immobilie nicht mehr genutzt wird und der Abriss geplant ist.
ausführliche Erklärung
Die Teilwertabschreibung (bei Rückbau) ist ein steuerlicher Vorgang, der es einem Immobilieneigentümer – insbesondere einem Bauträger – ermöglicht, den Buchwert eines Gebäudes außerplanmäßig auf den sogenannten Teilwert abzuschreiben, wenn eine dauerhafte Wertminderung eingetreten ist. Diese Minderung tritt beispielsweise dann ein, wenn ein Bestandsgebäude abgerissen werden soll, um Platz für einen Neubau zu schaffen. In diesem Fall verliert das abzureißende Gebäude wirtschaftlich gesehen seine bisherige Funktion und seinen Nutzen, was steuerlich als Grund für eine Teilwertabschreibung anerkannt werden kann. Der Teilwert entspricht dabei dem Wert, den ein gedachter Erwerber dem Gebäude unter Berücksichtigung von Art, Alter, Zustand und zukünftiger Nutzung noch beimessen würde. Bei Rückbauabsicht ist dieser Teilwert häufig null oder lediglich der noch zu erzielende Restwert aus einer Verwertung. Voraussetzung für die Anerkennung durch das Finanzamt ist, dass die Absicht zum Rückbau klar dokumentiert und wirtschaftlich nachvollziehbar ist, etwa durch entsprechende Planungsunterlagen, behördliche Genehmigungen oder Projektentwicklungen. Die Teilwertabschreibung (bei Rückbau) wird bei der steuerlichen Gewinnermittlung in der Bilanz berücksichtigt und senkt unmittelbar den steuerpflichtigen Gewinn des betreffenden Wirtschaftsjahres. Für Bauträger ist diese Maßnahme von hoher Relevanz, da sie durch die steuerliche Berücksichtigung des Wertverlustes frühzeitig finanzielle Spielräume schaffen kann, um in den Neubau zu investieren. Auch bei der Sanierung von Bestandsimmobilien, bei denen Teile des Gebäudes abgetragen oder entkernt werden, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine anteilige Teilwertabschreibung erfolgen, wenn der wirtschaftliche Nutzen der betroffenen Gebäudeteile entfällt.
Beispiel
Ein Bauträger kauft ein sanierungsbedürftiges Mehrfamilienhaus auf einem Grundstück in zentraler Lage zum Gesamtpreis von 1.200.000 Euro, wovon 800.000 Euro auf das Grundstück und 400.000 Euro auf das Bestandsgebäude entfallen. Da das Gebäude aufgrund starker baulicher Mängel nicht wirtschaftlich sanierbar ist, plant der Bauträger den vollständigen Rückbau und beantragt eine Teilwertabschreibung (bei Rückbau) für das Gebäude. Da der Teilwert des Gebäudes aufgrund der Abrissabsicht wirtschaftlich bei null liegt, kann der Bauträger den Buchwert von 400.000 Euro steuerlich außerplanmäßig abschreiben und so seinen Gewinn im Jahr des Rückbaubeschlusses entsprechend mindern.
Zusammenfassung
Die Teilwertabschreibung (bei Rückbau) ermöglicht es, den Wert eines abzureißenden Gebäudes steuerlich auf null oder einen geringeren Teilwert abzuschreiben. Sie setzt eine dokumentierte Rückbauabsicht voraus und senkt den steuerlichen Gewinn. Die Teilwertabschreibung (bei Rückbau) ist besonders für Bauträger bei Abrissprojekten von hoher Bedeutung.
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