Zwischenfinanzierungszins
Was ist die Bedeutung von Zwischenfinanzierungszins?
Kurzversion
Ein Zwischenfinanzierungszins ist der Zinssatz, der für ein kurzfristiges Darlehen im Rahmen einer Zwischenfinanzierung berechnet wird. Dieser Zinssatz fällt für die Zeit an, in der die bereitgestellten Mittel bis zur endgültigen Ablösung durch Eigenkapital oder eine langfristige Finanzierung genutzt werden. Der Zwischenfinanzierungszins liegt in der Regel höher als der Zinssatz für ein langfristiges Immobiliendarlehen.
ausführliche Erklärung
Der Zwischenfinanzierungszins bezeichnet die Kosten, die ein Darlehensnehmer für die Inanspruchnahme eines kurzfristigen Darlehens im Rahmen einer Zwischenfinanzierung zu zahlen hat. Solche Zwischenfinanzierungen kommen häufig zum Einsatz, wenn Eigenkapital zwar vorhanden, aber noch nicht verfügbar ist – zum Beispiel, weil es sich um den Verkaufserlös einer anderen Immobilie oder um die Auszahlung eines Bausparvertrages handelt, der noch nicht zuteilungsreif ist. Um den Zeitraum zwischen dem aktuellen Finanzierungsbedarf und der späteren Verfügbarkeit der Eigenmittel zu überbrücken, stellt die Bank ein Zwischenfinanzierungsdarlehen bereit, für das der sogenannte Zwischenfinanzierungszins berechnet wird. Dieser Zinssatz ist in der Regel variabel und orientiert sich am allgemeinen Zinsniveau sowie an den individuellen Bonitäts- und Risikokriterien des Darlehensnehmers. Zwischenfinanzierungszinsen sind meist höher als die Zinsen langfristiger Baufinanzierungen, da sie das kurzfristige Liquiditätsrisiko der Bank abbilden und keine langfristige Zinsbindung gewährt wird. Die Zinsbelastung erfolgt meist monatlich oder quartalsweise und ist sofort zahlungspflichtig, während eine Tilgung der Darlehenssumme in der Regel endfällig vorgesehen ist. Der Zwischenfinanzierungszins ist ein wichtiger Bestandteil der Gesamtkosten einer Immobilienfinanzierung, wenn Eigenkapitalquellen zeitlich versetzt verfügbar sind, und sollte daher bei der Finanzierungsplanung genau kalkuliert werden. Auch steuerlich kann der Zwischenfinanzierungszins bei vermieteten Objekten als Werbungskosten absetzbar sein, was ihn bei der Wirtschaftlichkeitsrechnung zusätzlich relevant macht. In der Praxis sind klare vertragliche Regelungen über Zinshöhe, Laufzeit und Rückzahlungsmodalitäten entscheidend, um finanzielle Überraschungen zu vermeiden.
Beispiel
Ein Ehepaar plant den Kauf eines Einfamilienhauses für 980.000 Euro. Die Bank finanziert langfristig 680.000 Euro über ein Hypothekendarlehen. Die restlichen 300.000 Euro sollen durch den Verkauf einer geerbten Wohnung gedeckt werden, dessen Kaufpreis jedoch erst in vier Monaten fällig wird. Die Bank gewährt eine Zwischenfinanzierung über diese 300.000 Euro zu einem Zwischenfinanzierungszins von 6,0 % p. a. Bei vier Monaten Laufzeit ergeben sich für diesen Zeitraum Zinskosten von rund 6.000 Euro, die über das eingerichtete Zwischenfinanzierungskonto abgewickelt werden.
Zusammenfassung
Ein Zwischenfinanzierungszins ist der Zinssatz, der auf eine kurzfristige Überbrückungsfinanzierung erhoben wird. Er ist in der Regel höher als der Zinssatz einer langfristigen Baufinanzierung und fällt für die Dauer bis zur Verfügbarkeit von Eigenkapital oder einer Anschlussfinanzierung an. Der Zwischenfinanzierungszins beeinflusst die Gesamtkosten einer Finanzierung deutlich.
Das könnte Sie auch interessieren