Ordentliche Tilgung
Was ist die Bedeutung von Ordentliche Tilgung?
Kurzversion
Die ordentliche Tilgung bezeichnet die im Kreditvertrag vereinbarte regelmäßige Rückzahlung eines Immobilienkredits. Sie erfolgt monatlich und setzt sich aus einem festen Tilgungssatz sowie dem jeweiligen Zinsanteil zusammen. Die ordentliche Tilgung reduziert kontinuierlich die Restschuld des Darlehens.
ausführliche Erklärung
Die ordentliche Tilgung ist ein zentrales Element jeder Immobilienfinanzierung und beschreibt die planmäßige Rückzahlung des aufgenommenen Darlehensbetrags durch den Kreditnehmer. Sie wird bereits bei Vertragsabschluss mit dem Kreditinstitut festgelegt und erfolgt in der Regel in gleichbleibenden monatlichen Raten. Diese Raten setzen sich aus zwei Bestandteilen zusammen: dem Zinsanteil und dem Tilgungsanteil. Während der Zinsanteil auf die noch verbleibende Restschuld berechnet wird, verringert der Tilgungsanteil die Darlehenshöhe. Die ordentliche Tilgung beginnt meistens mit einem festen anfänglichen Tilgungssatz, beispielsweise 2 % oder 3 % jährlich, bezogen auf die ursprüngliche Darlehenssumme. Mit jeder geleisteten Rate sinkt die Restschuld, wodurch sich auch der Zinsanteil verringert und der Tilgungsanteil im Verhältnis steigt. Dieser Effekt wird als Annuitätendarlehen bezeichnet, bei dem die monatliche Gesamtbelastung gleichbleibt, sich die Zusammensetzung jedoch im Zeitverlauf verändert. Die Höhe der ordentlichen Tilgung beeinflusst maßgeblich die Laufzeit der Finanzierung: Je höher der Tilgungssatz, desto schneller ist das Darlehen zurückgezahlt und desto geringer sind die Gesamtkosten durch Zinsen. Umgekehrt führt ein niedriger Tilgungssatz zu einer längeren Kreditlaufzeit und damit höheren Zinskosten. Die ordentliche Tilgung ist ein verbindlicher Bestandteil des Rückzahlungsplans und dient der planmäßigen Entschuldung ohne Sondermaßnahmen wie Sondertilgungen oder Umschuldungen. Kreditinstitute legen bei der Festsetzung der ordentlichen Tilgung Wert auf eine ausgewogene Relation zwischen Rückzahlungskraft und finanzieller Belastung des Kreditnehmers.
Beispiel
Ein Darlehen über 900.000 Euro zur Finanzierung einer Immobilie wird mit einem Zinssatz von 3,1 % und einem anfänglichen Tilgungssatz von 2,5 % aufgenommen. Daraus ergibt sich eine anfängliche jährliche Rate von 51.600 Euro, was monatlich 4.300 Euro entspricht. Diese Summe beinhaltet sowohl den Zins- als auch den Tilgungsanteil. Die ordentliche Tilgung in diesem Fall beträgt im ersten Jahr 22.500 Euro (2,5 % von 900.000 Euro). Da sich durch die Tilgung die Restschuld verringert, steigt der Tilgungsanteil mit jeder Monatsrate automatisch an, während der Zinsanteil sinkt. Diese konstante Rückführung der Darlehensschuld über die geplante Zeit hinweg ist die ordentliche Tilgung.
Zusammenfassung
Die ordentliche Tilgung ist die im Vertrag vereinbarte, regelmäßige Rückzahlung eines Immobilienkredits durch monatliche Raten. Sie senkt die Restschuld kontinuierlich und basiert auf einem vereinbarten Tilgungssatz. Die ordentliche Tilgung ist entscheidend für Laufzeit, Kosten und Struktur der Finanzierung.
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