Doppeldeckermodell

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Kurzversion

1 .  Das Doppelmodell beim deutschen Bausparen kombiniert die Anspar- und Darlehensphase in einem einzigen Vertrag, um den
Vermögensaufbau und die Immobilienfinanzierung effizient zu gestalten.
2 .  Dadurch werden administrative Aufwände reduziert und der gesamte Prozess der Wohnraumfinanzierung vereinfacht.
3 .  Ziel ist es, Bausparern attraktive Konditionen und eine nahtlose Finanzierungslösung für ihre wohnwirtschaftlichen Projekte zu bieten.
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ausführliche Erklärung

Vermögensaufbau und Immobilienfinanzierung

Das Doppelmodell beim deutschen Bausparen ist eine Vertragsstruktur, die darauf abzielt, den Vermögensaufbau und die anschließende Immobilienfinanzierung nahtlos zu integrieren. Durch die Kombination von Spar- und Darlehensphase in einem einzigen Vertrag ermöglicht das Modell den Bausparer, systematisch Kapital anzusammeln und dieses später für den Erwerb, Bau oder die Renovierung von Wohneigentum zu nutzen.

Effizienzsteigerung durch integrierte Phasen

Der Hauptzweck des Doppelmodells besteht darin, den gesamten Bausparprozess zu optimieren. Indem beide Phasen – das Ansparen und das Darlehen – in einem Vertrag gebündelt werden, werden administrative Aufwände reduziert und der Prozess vereinfacht. Dies führt zu einer besseren Übersicht und Kontrolle über die finanziellen Verpflichtungen und Ersparnisse.

früherer Zugang zu günstigen Darlehenszinsen

Ein weiterer Aspekt des Doppelmodells ist die Möglichkeit, bereits während der Ansparphase von attraktiven Darlehenszinsen zu profitieren. Dies bietet den Bausparern eine finanzielle Sicherheit und Planungssicherheit, da die Konditionen für das Darlehen bereits im Vorfeld festgelegt sind und somit gegen zukünftige Zinsschwankungen abgesichert werden.

Praxisbeispiel für ein Doppeldecker-Bausparmodell

Familie & Ausgangslage
Familie Köhler: Anna (35, Ärztin in Teilzeit nach Elternzeit), Ben (37, Ingenieur, unbefristet), zwei Kinder (3 und 6). Netto-Haushaltseinkommen stabil, aber in den nächsten Jahren schwankend, weil Anna ihre Stunden erst nach und nach erhöht. Eigenkapital ist vorhanden für Nebenkosten und Sicherheitsreserve – die 1.000.000 € für das Haus sollen vollständig finanziert werden.

Wunschziel
Ein Haus in guter Lage nahe Kindergarten/Schule. Wichtig sind Planbarkeit der Rate und Liquidität in den ersten Jahren, weil Ausgaben für Kinder, Einrichtung, Rücklagen und gelegentlich nur ein volles Gehalt anfallen. Zinsrisiko soll minimiert werden.

Die Hürde
Klassische Volltilger oder hohe Anfangstilgung wären am Start zu teuer in der Monatsrate. Außerdem möchten die Köhlers in den ersten Jahren bewusst mehr Luft im Budget haben, ohne in eine Zinsbindung mit unklaren Anschlusszinsen zu laufen.

Lösung: Doppeldecker mit zwei Etappen
Die Finanzierung nutzt zwei zins-only Vorausdarlehen (600 k + 400 k zu 3,60 % p. a.) und parallel zwei Bausparverträge. So können die Köhlers mit niedrigerer Einstiegsbelastung starten und Schritt für Schritt in günstige, zinsgesicherte Bauspardarlehen wechseln.

Phase 1 – Ankommen & Puffer aufbauen (Jahr 1–8)

  • Rate besteht aus Zinsen für 1.000.000 € plus Sparen in beide Bausparverträge.
  • Monatsbelastung aus der Beispielrechnung: ca. 6.452 €
  • Gefühl in der Familie: „Wir zahlen planbar, haben aber genug Luft für Kita, Möbel, kleine Renovierungen. Der große Tilgungsdruck kommt noch nicht.“

Phase 2 – Erstes Umschalten (Jahr 9–14)

  • Bausparer 1 wird zuteilungsreif: 240 k Guthaben + 360 k Bauspardarlehen lösen das 600 k-Vorausdarlehen ab.
  • Jetzt zahlen die Köhlers: Zinsen nur noch für 400 k, dazu die Annuität für das BS1-Darlehen und sparen weiter in Bausparer 2.
  • Monatsbelastung: ca. 5.325 €.
  • Familiengefühl: „Die Kinder sind größer & teurer, Anna arbeitet mehr – und trotzdem sinkt unsere Rate. Das passt perfekt zum Lebenslauf.“

Phase 3 – Zweites Umschalten (Jahr 15–24)

  • Bauspaer 2 wird zuteilungsreif: 160 k Guthaben + 240 k Bauspardarlehen lösen das 400 k-Vorausdarlehen ab.
  • Jetzt zahlen die Köhlers nur noch die zwei günstigen Bauspardarlehen als Annuitäten.
  • Monatsbelastung: ca. 5.288 €.
  • Familiengefühl: „Alles ist berechenbar – wir tilgen verlässlich mit niedrigem Sollzins.“

Ziel erreicht – Planende (ab Jahr 25)

  • Beide Bauspardarlehen sind planmäßig zurückgeführt.
  • Keine Rate mehr. Die Köhlers haben ihr Haus vollständig finanziert – ohne Zinsüberraschungen und mit einem Zahlungsprofil, das zum Familienleben passt.

Was die Familie besonders schätzt

  • Planbarkeit :  Zinssätze der Bauspardarlehen sind von Anfang an fix – kein Zittern vor Anschlussfinanzierungen.
  • Liquiditätssteuerung :  Am Anfang bewusst mehr „Atem“ trotz Hauskauf; Raten sinken, wenn das Einkommen steigt.
  • Psychologische Ruhe :  Die großen Umschaltpunkte (Jahr 8 und 14) sind transparent und vertraglich hinterlegt.
  • Sicherheit :  Auch bei zwischenzeitlich höheren Marktzinsen bleibt die Finanzierungsrate kontrollierbar.

Realitätscheck & Feinjustierung

  • Gebühren (Abschluss/Konto), Tarifdetails, Bundesland-spezifische Nebenkosten und deine gewünschte Wunschrate können das Feintuning verändern – genau hier drehen wir, um die Rate über die Phasen möglichst konstant zu halten (z. B. durch andere Ansparquoten, längere/kurze Laufzeiten, oder leicht veränderte Bausparsummen).

Zusammenfassung

Familie Köhler möchte ein Haus für 1.000.000 € und am Anfang finanzielle Luft behalten. Das Doppeldeckermodell kombiniert zins-only Vorausdarlehen mit parallelem Bausparen und schaltet später in zwei günstige Bauspardarlehen um. Die Monatsrate liegt anfangs bei ca. 6.452 €, sinkt in Phase 2 auf ca. 5.325 € und stabilisiert sich in Phase 3 bei ca. 5.288 €. Die Zinsen der Bauspardarlehen sind fix, das Zinsrisiko ist reduziert, und die Zahlungsstruktur passt sich dem Familienalltag an.

Annahmen (kurz)

  • Zwei Vorausdarlehen (VD) (zins-only): 600.000 € und 400.000 € zu 3,60 % p. a.
  • Parallel dazu zwei Bausparverträge mit Zuteilung bei 40 % Ansparung (BS1: 240.000 €, BS2: 160.000 €).
  • Zuteilung: BS1 in Jahr 8, BS2 in Jahr 14.
  • Danach jeweils Bauspardarlehen zu 2,35 % p. a., Rückzahlung 10 Jahre (Annuität).
  • Sparzinsen vernachlässigt (vereinfachend ≈ 0 %).

Monatszahlungen (Leitwerte)

  • Monat 1–96 ( Jahr 1–8 ) :
    Zinsen VD ( 1.000.000 × 3,60 % / 12 ) ≈ 3.000 €
    Sparrate BS1 ≈ 2.500 € ( 240.000 / 96 )
    Sparrate BS2 ≈ 952 € ( 160.000 / 168 )
    Gesamt ≈ 6.452 € / Monat
  • Monat 97–168 ( Jahr 9–14 ) :
    VD2-Zinsen ( 400.000 × 3,60 % / 12 ) ≈ 1.200 €
    Sparrate BS2 ≈ 952 €
    Annuität BS1-Darlehen ( 360.000 € | 2,35 % | 120 M ) ≈ 3.173 €
    Gesamt ≈ 5.325 € / Monat
  • Monat 169–288 ( Jahr 15–24 ) :
    Annuität BS1 : ≈ 3.173 €
    Annuität BS2-Darlehen ( 240.000 € | 2,35 % | 120 M ) ≈ 2.115 €
    Gesamt ≈ 5.288 € / Monat
  • Ab Monat 289 ( Jahr 25 ): beide Bauspardarlehen planmäßig getilgt ⇒ 0 €.

Wir haben Ihnen dazu :

  • einen Zeitstrahl gebaut ( Phasen Vorausdarlehen (VD) / Sparen vs. Bauspardarlehen ), Monat 1–96 ( Jahr 1–8 ):
  • eine Monats-Cashflow-Tabelle ( 25 Jahre ) und
  • eine Jahresübersicht (Ø mtl.), im Arbeitsbereich angezeigt – so können Sie die Zahlen direkt prüfen.

So funktioniert das Doppeldecker-Prinzip hier

  • Start : Zwei zins-only Vorausdarlehen halten die Rate niedrig; parallel baust du zwei Bausparguthaben auf.
  • Zuteilung 1 ( Jahr 8 ): 240 k Guthaben + 360 k Bauspardarlehen lösen das 600 k-Vorausdarlehen ab; du wechselst von Zinszahlung auf eine planbare Annuität ( niedriger Sollzins ).
  • Zuteilung 2 ( Jahr 14 ): 160 k Guthaben + 240 k Bauspardarlehen lösen das 400 k-Vorausdarlehen ab; ab dann tilgst du zwei günstige Bauspardarlehen parallel.
  • Planende: Nach 24 Jahren ist alles zurückgeführt (in diesem Beispiel).

Hinweise für die Praxis

  • Nebenkosten (GrESt, Notar, Grundbuch, ggf. Makler) liegen je nach Bundesland typ. bei ~8–12 % zusätzlich. In diesem Beispiel sind sie
    nicht mitfinanziert.
  • Die Ansparquote, Zuteilungsdauer, Abschlussgebühr, Kontogebühren und Sollzinsen hängen vom Tarif ab und können die Raten
    verändern.
  • Ziel beim Doppeldecker ist i. d. R. eine nahezu konstante Gesamtbelastung trotz Phasenwechsel. Mit Tarifeinstellungen lässt sich die Rate
    an dein Wunsch-Budget glätten.

Vorteile

vereinfachte Vertragsverwaltung

Durch die Kombination von Spar- und Darlehensphase in einem einzigen Vertrag entfällt die Notwendigkeit, separate Verträge abzuschließen. Dies reduziert den administrativen Aufwand und spart Zeit, da alle relevanten Informationen und Konditionen an einem Ort gebündelt sind.

attraktive Zinssätze

Das Doppelmodell bietet oft günstigere Zinssätze sowohl für das angesparte Kapital als auch für das Darlehen im Vergleich zu herkömmlichen Bausparverträgen. Diese attraktiven Konditionen können zu einer höheren Gesamtrendite und niedrigeren Finanzierungskosten führen.

Nutzung staatlicher Förderungen

Bausparer im Doppelmodell können von verschiedenen staatlichen Förderungen wie der Wohnungsbauprämie oder der Arbeitnehmersparzulage profitieren. Diese Förderungen erhöhen die Effektivität des Vermögensaufbaus und reduzieren die Gesamtkosten der Immobilienfinanzierung.

Planungssicherheit und Transparenz

Die strukturierte und integrierte Vertragsgestaltung des Doppelmodells sorgt für eine hohe Planungssicherheit. Bausparer wissen genau, welche finanziellen Verpflichtungen und Ersparnisse auf sie zukommen, was eine transparente und verlässliche Finanzplanung ermöglicht.

Nachteile

erhöhte Vertragskomplexität

Das Doppelmodell ist komplexer aufgebaut als traditionelle Bausparverträge. Die Kombination von Spar- und Darlehensphase erfordert ein detailliertes Verständnis der Vertragsbedingungen, was für Laien verwirrend sein kann und eine gründliche Auseinandersetzung mit den Vertragsdetails notwendig macht.

geringere Flexibilität

Änderungen in den persönlichen Lebensumständen, wie ein vorzeitiger Immobilienkauf oder geänderte finanzielle Situationen, können die Anpassung des Doppelmodells erschweren. Die weniger flexible Struktur kann problematisch sein, wenn individuelle Bedürfnisse sich während der Vertragslaufzeit ändern.

längere Bindungsdauer

Bausparer im Doppelmodell sind über einen längeren Zeitraum an den Vertrag gebunden. Dies kann die finanzielle Freiheit einschränken und bei Bedarf zu vorzeitigen Kündigungen Strafzahlungen oder Zinsabschläge nach sich ziehen, was die Gesamtrendite des Vertrags negativ beeinflusst.

höhere Verwaltungskosten

Aufgrund der komplexeren Vertragsstruktur können die Verwaltungskosten und Gebühren im Doppelmodell höher ausfallen als bei herkömmlichen Bausparverträgen. Diese zusätzlichen Kosten mindern die Gesamtrendite und können die finanzielle Attraktivität des Vertrags reduzieren.

Zusammenfassung

Das Doppelmodell beim deutschen Bausparen bietet eine integrierte Lösung für den Vermögensaufbau und die Immobilienfinanzierung, die durch vereinfachte Vertragsverwaltung, attraktive Zinssätze und staatliche Förderungen überzeugt. Allerdings bringt das Modell auch eine erhöhte Vertragskomplexität, geringere Flexibilität, längere Bindungsdauer und potenziell höhere Verwaltungskosten mit sich. Bausparer sollten diese Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen, um zu entscheiden, ob das Doppelmodell ihren individuellen finanziellen Zielen und Bedürfnissen entspricht.

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Stand : 01.10.2025 - Fachlich geprüft von der Redaktion der Deutsche Immobilienfinanzierungen.